Traumatherapie

"Das Trauma ist wahrscheinlich die Ursache von menschlichen Leid, die am häufigsten gemieden, ignoriert, heruntergespielt, verleugnet, mißverstanden und nicht behandelt wird."      Zitat: Dr. P. Levine aus "Das Erwachen des Tigers" Synthesis 1998

Wie entsteht ein Schock-, Trauma?

In einer bedrohlichen Situation wie z.B. bei Unfall, Operation, Gewalt- oder Verlusterfahrungen, wird vom Körper ein hohes Maß an Energie bereitgestellt, damit wir selbsterhaltend handeln können.

Wenn wir aber weder fliehen noch kämpfen können, tritt ein körpereigener Schutzmechanismus die sogenannte Erstarrungsreaktion ein. Das bedeutet große Bereiche unseres höhere Hirnfunktionen wie Denken oder Sprechen werden einfach „abgeschaltet“ und die entwicklungsgeschichtlich älteste Hirnstruktur der Hirnstamm übernimmt die Führung. Er sorgt dafür, das nur die überlebenswichtigen Funktionen wie z.B. Kreislauf und Atmung aufrechterhalten werden, während wir die Situation in hilfloser Erstarrung über uns ergehen lassen müssen.

Gesunde Verarbeitung von Erregungsenergie

Normaler Weise wird nach Beendigung der Gefahrensituation die im Nervensystem gespeicherte „erstarrte Ladung“ durch Zittern, Schütteln oder Weinen gelöst und somit die Balance zwischen An- und Entspannung wieder hergestellt. Durch diese gesunde Verarbeitung von Erregungsenergie wird das Ereignis verarbeitet.

Traumatische Verarbeitung von Erregungsenergie

Oft versuchen wir diese natürlichen Körperreaktionen zu unterdrücken, weil sie uns aus Unwissenheit Angst machen oder die Situation bzw. die Umgebung es nicht zulässt.

Wenn eine gesunde Verarbeitung von Erregungsenergie auf körperlicher Ebene nicht geschieht, kann ein (Schock-,) Trauma entstehen.

Die in der bedrohlichen Situation bereitgestellte Energie verbleibt dann als „erstarrte Ladung“ im Körper gefangen und ein Teufelskreis beginnt …

Auswirkungen des Traumas

Ein Trauma führt zum Verlust von innerer Beweglichkeit. Die Erfahrung von Vertrauen, dem Gefühl der Sicherheit und der Verbindung zum Selbst und zu anderen Menschen wird erschwert oder geht gänzlich verloren . Wir erleben dann Gefühle wie überwältigender Angst, Ohnmacht, Ausgeliefertsein , Kraft- und Hilflosigkeit und tiefe Erschöpfung.

Das alles macht Angst, was die Immobilität noch verstärkt und kann – oft erst Jahre nach dem traumatischen Erlebnis – zu den verschiedensten Symptomen führen. Zu den häufigsten Beschwerden gehören psychosomatische Störungen wie innere Unruhe, chronische Schmerzen, Schlaf- oder sexuelle Funktionsstörungen, aber auch Ängste, Zwänge und Depressionen.

 

Therapie

Somatic Experiencing (SE), die von Dr. Peter Levine entwickelten Methode ist ein sehr wirkungsvolles Werkzeug bei der kleinschrittigen und behutsamen Behandlung und Aufgelösung der Folgebeschwerden eines Schock-Traumas. Wie dies genau geschieht können Sie unter Methoden nachlesen.

NeuroAffective Relational Model (NARM) ein von Dr. Laurence Heller, PhD. entwickeltes, hochwirksames  Werkzeug zur Behandlung von Entwicklungs- und Beziehungstraumata kommt immer dann zum Einsatz, wenn nicht das Entladen von erstarrter Lebensenergie s.o., sondern das "Nachnähren" nicht befriedigter Grundbedürfnisse (nach Kontakt, Bedürfnissbefriedigung, Vertrauen in sich und andere, Autonomie und Liebe/Sexualität) im Vordergund steht.

Diese entwicklungspsychologischen Lebensthemen beeinflussen, wie gut wir im Hier und Jetzt bei uns selbst und anderen sein können. In dem Maße, in dem unsere Grundbedürfnise erfüllt sind, bleiben wir im Fluss und in gutem Kontakt mit uns selbst. In dem Maße, in dem nicht für sie gesorgt ist, entwickeln wir Überlebensstrategien, um den fehlenden Kontakt und die gestörte Regulierung zu bewältigen. Eben diese Strategien werde uns später im Leben oft zum Verhängnis, da wir sie weiter unbewußt ausagieren, weil uns keine Alternative zur Verfügung steht.

Ziel einer jeden Traumatherapie ist ein Wiederherstellen der Schwingungsfähigkeit des Nervensystems. Wenn dies gelingt, erfahren wir einen Zuwachs an Kontrolle über das eigene Erleben und Handeln. Ein Gefühl der inneren Ruhe, Kraft, Zuversicht und der Eigenmächigkeit stellen sich ein.